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Die Waldmenschen: Orang-Utans

Artikel vom: 14. Januar 2008

«Orang-Utan» ist das indonesische Wort für «Waldmensch». Diese Menschenaffen gibt es nur noch auf den beiden Inseln Sumatra und Borneo oder in Tierparks.

Der Lebensraum der Orang-Utans, der tropische Regenwald, wird immer kleiner. Die Wälder werden seit Jahrzehnten abgeholzt und abgebrannt.

Orang-Utans gehören zu den Menschenaffen, auch Primaten genannt, genauso wie Schimpansen und Gorillas. Und genau genommen ist auch der Mensch ein «Menschenaffe». Aber da sind sich die Wissenschaftler bisher nicht einig.

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Wie Orang-Utans leben

Das Verhalten der Orang-Utans ähnelt dem von Menschen ein wenig: Sie verwenden einfache Werkzeuge, um an Futter zu kommen oder um sich den Rücken zu kratzen. Bei Regen halten sie sich große Blätter als Regenschirm über den Kopf. Und sie kennen sogar einige Pflanzen, die sie bei Krankheiten als Medizin verwenden können. Sie ernähren sich hauptsächlich von Pflanzen: Früchte, Blätter, junge Triebe und Rinde. Manchmal gibt es auch ein paar Insekten oder Vogeleier.

Orang-Utans können 50-60 Jahre alt werden. Sie leben auf Bäumen. Mit ihren langen Armen können sie sich gut von Ast zu Ast schwingen. Auf den Boden kommen sie nur sehr selten, besonders die Orang-Utans auf Sumatra: Dort gibt es nämlich gefährliche Tiger! Aber die größte Bedrohung für diese Affen stellen die Menschen dar.
Bio ist nicht immer gut

Die Gefährdung der Orang-Utans liegt vor allem daran, dass ihr Lebensraum – der Regenwald – zerstört wird. Dieser wird gerodet oder abgebrannt, wodurch sie vertrieben oder getötet werden. Auch für das Klima ist das schlecht, weil dadurch viel CO2 in die Luft kommt. Der aus den Ölpalmen gewonnene Biokraftstoff ist zwar umweltfreundlich, aber leider nicht so gut, dass es die Vernichtung des Regenwaldes ausgleichen würde. Genau genommen ist Biokraftstoff also sogar schädlich für das Klima.

Eine weitere große Gefahr für die Orang-Utans ist, dass sie so süß und freundlich sind. Deshalb sind sie in vielen asiatischen Ländern als Haustier beliebt. Aus einem erwachsenen Affen kann man aber kein Haustier machen, deswegen werden Orang-Utan-Babys gefangen. Natürlich gibt keine Orang-Utan-Mutter ihr Kind freiwillig her. Die Tierfänger töten die Mütter, um deren Kinder zu verkaufen. Darum ist jeder Orang-Utan, der als Haustier leben muss, ein Waisenkind.
Borneo Orangutan Survival Foundation (BOS)

Weil das so schlimm ist, ist es eigentlich verboten, Orang-Utans zu fangen oder zu töten. Aber in Indonesien sind viele Menschen sehr arm und fangen die Affen sogar, um etwas zu essen zu haben. Und die Polizei kümmert sich von alleine auch nicht darum. Aber seit fünfzehn Jahren gibt es eine Organisation, die dafür sorgt, dass Haustier-Orang-Utans ihren Besitzern weggenommen und auf das Leben in der Freiheit vorbereitet werden. Weil diese Affen ja schon als Babys gefangen wurden, können sie oft nicht einmal richtig klettern. Sie wissen nicht, welche Pflanzen sie fressen können und welche nicht. Und oft sind sie auch schrecklich krank und müssen zuerst gesund gepflegt werden. Es dauert bis zu sieben Jahre, in denen die Orang-Utans ein richtiges Schulsystem durchlaufen, um alles zu lernen, was zum Leben im Urwald nötig ist.

Die Organisation BOS wurde von dem Holländer Dr. Willi Smits gegründet. Er kam als Agrar-Ingenieur nach Indonesien. Eines Tages sah er beim Einkaufen, dass ein röchelndes Orang-Utan-Kind auf einem Müllhaufen lag. Es war so krank, dass es nicht mehr verkauft werden konnte. Und deswegen war es in den Augen des Händlers «Müll». Willi Smits nahm Uce, wie er das Orang-Utan-Mädchen nannte, mit nach Hause, pflegte es gesund und begann sich für die Problematik zu interessieren.

Das ist jetzt fast zwanzig Jahre her. Uce ist mittlerweile selbst Mutter und BOS beschäftigt mehrere hundert Mitarbeiter in Indonesien. So wird den Affen und den Menschen geholfen. Mehr als 500 Orang-Utans konnten bisher erfolgreich ausgewildert werden. Und über 800 Tiere werden heute von indonesischen Mitarbeitern rund um die Uhr versorgt. Katharina Sobottka; Bilder: © 2007 Warner Bros. Ent.
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